Sport bei bzw. gegen die Herzneurose

| 10. April 2012 | 3 Comments
Menschen mit Herzphobien und Herzängsten gibt es mehr als gedacht

Man schätzt, dass etwa 2-5 % der Bevölkerung unter einer Herzneurose leiden.

Was hat denn Sport mit einer Herzneurose bzw. Herzphobie zu tun? Einiges! Zunächst wissen wir, dass sich die meisten von einer Herzneurose Betroffenen schonen, d.h. ihren Körper möglichst wenig belasten. Hintergrund ist die Angst, dass das vermeintlich kranke Herz überlastet werden könnte. So kommt es, dass die meisten Menschen mit Herzneurose die körperliche Betätigung weitestgehend reduzieren. Von Sport wird meistens völlig abgesehen. Dass dieses Verhalten nicht förderlich ist, liegt auf der Hand. Trotzdem ändern die meisten Herzneurotiker ihr Verhalten nicht. Abgesehen davon, dass es der Konstitution eines (gesunden) Menschen nicht gut tut, sich zu schonen und keinen Sport zu machen, gibt es noch einen weiteren erheblichen Nachteil, der sich insbesondere beim Herzneurotiker auswirkt: Durch die mangelnde Bewegung reduziert sich nämlich die Kondition und der Herzneurotiker wird bald bemerken, dass er bereits bei einfachen Aktivitäten des Alltags, wie z.B. Treppensteigen, Arbeiten im Haushalt oder auf Reisen ganz schnell aus der Puste kommt. Das Herz schlägt schneller, man bekommt schlechter Luft und auch Herzstolperer / Extrasystolen mehren sich. Das alles ist eine ganz natürliche Reaktion des untrainierten Körpers. Der Herzneurotiker interpretiert dieses Verhalten jedoch als erneuten Beweis, dass mit seinem Herzen etwas nicht stimmen kann. Die körperlichen Symptome der Herzneurose werden verstärkt.  Ein Teufelskreis entsteht, denn hieraus resultiert meistens noch mehr Schonung und noch weniger körperliche Bewegung.

Es gibt nur einen Ausweg und dieser kann gleichzeitig einen großen Schritt in Richtung Heilung bedeuten: Beginnen Sie, als Betroffener, (wieder) mit Ihrem sportlichen Training, nachdem Sie einmal (!) beim Kardiologen waren. Fragen Sie ihn ausdrücklich, ob Sie Ihr Herz sportlich belasten können. Lautet die Antwort, wie vermutlich auch in Ihrem Fall, „Ja“, dann gibt es keine Entschuldigung mehr. Beginnen Sie z.B. mit einem langsamen Lauf-Intervall-Training. Laufen Sie gleichmäßig und ruhig 1-2 Minuten und gehen Sie dann 2 Minuten, bevor Sie wieder mit dem Laufen beginnen. Sind Sie noch einigermaßen in Form machen Sie dieses Wechselspiel am besten eine halbe Stunde lang. Ansonsten beginnen Sie mit 16 Minuten (4*1-2 Minuten laufen im Wechsel mit 4*2 Minuten gehen) oder wenn Sie ganz unfit sind, machen Sie einen zügigen Spaziergang oder besorgen Sie sich Nordic-Walking-Stöcke. Machen Sie diese Laufeinheiten am Besten dreimal die Woche und steigern Sie Ihr Programm von Woche zu Woche bis Sie am Ende von etwa 10-15 Wochen gemütlich 30 Minuten am Stück laufen können. Detaillierte Sport-Trainingspläne und weitere Fitnesstips für Herzneurotiker werden wir später vorstellen.

Wenn Sie sich tatsächlich – gegebenenfalls nach Absprach mit Ihrem Therapeuten – dazu durchringen können, regelmäßig zu laufen, werden Sie nicht nur Ihre Kondition verbessern, sondern vermutlich auch wieder neuen Mut fassen und Zutrauen zu Ihrem Herzen gewinnen. Ein Schritt in Richtung Heilung wäre gemacht. Wer schon positive Erfahrungen mit sportlichem Training bei Herzneurose gemacht hat, kann dies gerne im Anschluss an diesen Beitrag berichten!

 

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Category: Behandlung Herzneurose

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Comments (3)

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  1. Veren sagt:

    Ich soll mich darauf untersuchen lassen sagt mein Hausarzt, jetzt weiss ich erstmal was damit gemeint ist…bekomme ab und an beim training nach 30-45 min schlecht luft und pfeife ein wenig….habe aber keine Scheu vorm Sport, im gegenteil… und dass das was mit meinem herzen zu tun haben soll oder ich mir das nur einbilde ist totaler Unfug, fühl mich da vom Hausarzt etwas verschaukelt ehrlich gesagt.

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