Angst vor Sport und körperlicher Betätigung

| 21. April 2012 | 0 Comments
Menschen mit Herzphobien und Herzängsten gibt es mehr als gedacht

Man schätzt, dass etwa 2-5 % der Bevölkerung unter einer Herzneurose leiden.

Die meisten Menschen mit Herzneurose bzw. Herzängsten werden es kennen: die Angst vor Sport und körperlicher Betätigung. Dabei weiß man doch, dass gerade regelmäßiger Ausdauersport für Angst- und im Übrigen auch Depressionspatienten genauso wirksam ist, wie Antidepressiva-Medikamente. Dies ist mittlerweile in mehreren Studien nachgewiesen worden. Wie auch viele Leistungssportler wissen: Sport beruhigt den Verstand und läßt den ständigen Strom der Gedanken langsamer werden. Dieser Effekt ist auch für Angstbetroffene günstig. Außerdem gewinnt man durch das sportliche Training wieder mehr körperliche Ausdauer und auch wieder mehr Selbstvertrauen in die Funktion und Steigerungsfähigkeit des eigenen Organismus.

Diejenigen, die von Herzneurose / Herzphobie betroffen sind, haben jedoch ein mentales Problem. Sie wissen zwar möglicherweise durch ärztlichen oder therapeutischen Rat oder durch das Internet von den positiven Wirkungen des Sport auf ihre Angsterkrankung. Sie trauen sich jedoch nicht, mit dem Sport zu beginnen. Häufig schonen sich die Herzneurotiker vielmehr übermäßig, so dass sich ihre Kondition sogar weiter verschlechtert. Auf diese Zusammenhänge hatten wir bereits im ersten Artikel über Herzneurose und Sport hingewiesen.

Wie schafft man es nun seine Angst zu überwinden? Tatsächlich muß man „einfach“ nur loslegen. Wenn Sie sich einmal von einem Kardiologen haben durchchecken lassen und dieser mit Ihrem Gesundheitszustand zufrieden ist, sollten Sie ihn auch nochmal fragen, ob er Ihnen Ausdauersport empfiehlt. Regelmäßig wird die Antwort „Ja“ lauten. Schreiben Sie sich dann die Aussage des Kardiologen auf: „Der Kardiologe hat mir geraten, Ausdauersport zu machen, weil ich ein gesundes Herz habe. Ich weiss, dass mir das gut tut und auch meine Ängste reduzieren wird.“ Diesen Satz sollten Sie immer wieder lesen, z.B. von einer Karteikarte oder von einer Notiz auf Ihrem Handy oder PC. Alternativ können Sie sich diese Affirmation auch aufnehmen und immer wieder anhören. Dies sollten Sie mehrmals am Tag machen. Hier gibt es kein zuviel.

Jetzt sollten Sie Ihre Laufschuhe aus dem Schrank holen, oder wenn Sie keine haben, kaufen Sie sich welche. Und dann legen Sie – ohne viel zu überlegen (über Wetter, Kondition, Alltagsverfassung etc.) an und laufen los. Wenn Sie keine gute Kondition haben reicht es für das erste Mal schon wenn Sie 1 Minute am Stück laufen und dann 2 Minuten zügig gehen und diesen Wechsel für 20 Minuten beibehalten. Wichtig: nehmen Sie keine Pulsuhr mit. Im Gegensatz zu Menschen ohne Herzneurose ist dieses Trainingsgerät für Sie kontraproduktiv, da Sie ständig auf Ihren Puls achten werden und somit die Verspannung und Angst mit in den Lauf nehmen.

Laufen Sie locker und ruhig erst einmal langsam. Es geht darum, dass Sie langsam Zutrauen gewinnen. Gehen Sie mindestens 4-5 mal in der Woche auf diese Weise laufen. Auch wenn es ihnen bei den ersten Malen sicherlich nicht leicht fallen wird, wie ihr Herz schneller klopft: Sie werden sich daran gewöhnen. Und genau darum geht es: sich daran zu gewöhnen, dass nichts passiert, wenn das Herz mal schneller schlägt. Irgendwann werden Sie das Laufen sogar genießen können. Aber dazu müssen Sie etwas Disziplin haben und regelmäßig trainieren: die Regelmäßigkeit ist dabei für Sie als Betroffener noch sehr viel wichtiger, als für den „normalen“ Ausdauersportler. Für Sie geht es darum, neue, gesunde Gewohnheiten zu schaffen.

Weitere Artikel zum Thema Sport werden folgen.

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