Therapie der Herzneurose – Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie

| 19. März 2012 | 4 Comments
Herzneurose: Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse

Bei der Herzneurose führt meistens kein Weg an einer guten (Verhaltens-)therapie vorbei

Erfahrungsgemäß ist die Herzneurose keine Störung, die einfach so wieder verschwindet. Oft sind die ersten Herzsymptome für die Betroffenen tramatisierend, so dass sie sich auch von den Bestätigungen der Herzgesundheit durch Mediziner nicht so schnell beruhigen lassen. Hintergrund hierfür ist auch das Problem, das der Hintergrund für das Aufkommen der Angst (der bei jedem Betroffenen ganz individuell sein kann) allein durch den Arztbesuch nicht geheilt ist. Regelmäßig sollten sich daher die Betroffenen mit der Option einer Psychotherapie beschäftigen. Hier ist die Auswahl der Therapieform nicht ganz unwichtig. Richtig ist natürlich, dass jeder Mensch anders ist und daher auch die unterschiedlichsten Therapieformen hilfreich sein können. Wie bei allen Angststörungen hat sich jedoch mittlerweile die Verhaltenstherapie als eine der effektivsten Therapieformen bei der Herzneurose herausgestellt. Langjährige Gesprächstherapien ob in Einzel- oder Gruppensitzungen, in denen die gesamte Kindheit und die derzeitigen Lebensbeziehungen im Wege der Psychoanalyse untersucht werden, mögen zwar einige Erkenntnisse für die Betroffenen hervorbringen, wie es zu der Angstentwicklung gekommen ist. Jedoch bieten diese Therapieformen meist keinen kurz- oder mittelfristigen Erfolg. Ein ganz treffender Hinweise zu dieser Thematik ist der folgende: „Was würden Sie tun, wenn Sie in der Nacht bei strömenden Regen und Gewitter auf einer einsamen Landstraße, fern ab von jedem Ort, ein komisches Geräusch an Ihrem Auto wahrnehmen und dann realisieren, dass der Reifen geplatzt ist. Sie halten an. Versuchen Sie jetzt stundenlang herauszufinden, warum der Reifen geplatzt ist? Oder versuchen Sie, entweder schnelle den Ersatzreifen aufzuziehen oder per Handy den ADAC oder andere Hilfe zu holen? Wohl eher letzteres. Von der Verhaltenstherapie können Sie sich nämlich konkrete Werkzeuge erhoffen,  die Sie einsetzen können, damit Sie die Angst in den Griff bekommen. Auch das klappt nicht sofort, aber nach und nach werden Sie merken, dass die Hilfsmittel des Therapeuten wirksam angewendet werden können.

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Category: Hintergrundwissen Herzneurose

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Comments (4)

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  1. Biljana sagt:

    Mein Freund ist Herzneurotiker und ich beschäftige mich täglich mit diesem Thema. Ich finde Ihre Seite sehr interessant und gut erklärt. Mein Freund befindet sich in psychologischer Behandlung, jedoch habe ich das Gefühl dass die Psychologin genau die Art von Therapie anstrebt wo die ganze Vergangenheit und Gegenwart analysiert wird. Wie Sie schreiben, bringt das dem Betroffenen einige Erkenntnisse, was meiner Meinung nach auch sehr wichtig ist. Jedoch ist es noch wichtiger, dass mein Freund auch lernt wie mit den Situationen umzugehen. Deshalb wollte ich mich informieren, ob Sie uns ein gutes Buch über die Verhaltensmethoden empfehlen könnten? Oder gibt es auch andere Möglichkeiten? Wie zum Beispiel Selbsthilfegruppen oder erfahrene Leute, vielleicht sogar spezialisierte Leute/Therapeuten welche meinem Freund helfen könnten?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe.

    Liebe Grüsse
    Biljana

    • admin sagt:

      Bücher gibt es leider noch viel zu wenige. Wir überlegen, ob wir mal eines rausbringen sollen. Zu Ihrer Frage nach Therapeuten oder Selbsthilfegruppen: wo kommen Sie / kommt Ihr Freund denn her? Viele Grüße

      • Biljana sagt:

        Die Antwort kommt ein bisschen spät:). Mein Freund und ich kommen aus der Schweiz. Ich finde es geht ihm schon viel besser, trotzdem gibt es Tage wo seine Symptome stärker sind und er dann sehr darunter leidet. An solchen Tagen redet er davon, dass er es wahrscheinlich mit Medikamenten versuchen wird. Ich weiss leider nicht wie die heissen. Jedenfalls meinte die Psychologin, dass durch diese Medikamente die Symptome verschwinden, jedoch nach Absetzen wieder auftreten. Im Prinzip verdrängt man mit den Medikamenten das eigentliche Problem. Aber ich verstehe auch seine Begründungen und Verzweiflungen. Er sagt, er sei so erschöpft und möchte mal einfach nur Ruhe von seinem Herzen und der ständigen Angst.

        Ich habe gelesen dass eine kognitiven Verhaltenstherapie am effektivsten wäre. Stimmt das?

        Danke und liebe Grüsse aus der Schweiz

        • admin sagt:

          Wir hoffen, es geht Ihrem Freund besser und Sie haben gegebenenfalls bereit mit der kognitiven Verhaltenstherapie begonnen. Bitte entschuldigen Sie, dass wir hier leider nicht regelmäßig antworten können. Wir versuchen das in Zukunft zu verbessern, wenn die Seite noch mehr Zuspruch gewinnt. Grüße Felix Schäfer

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