Herzneurose und Fliegen bzw. Flugangst (I)

| 29. März 2012 | 0 Comments

Eine besonders unangenehme Kombination ist die Herzneurose und die entsprechende Fokussierung auf das Fliegen. Bei denjenigen, die von einer Herzneurose betroffen sind, hat die Herzneurose meistens mit einer Panikatattacke begonnen. Das Herz schlug schnell, man bekam Atemnot, Schwindel trat auf etc. Bei vielen Menschen ist dies die Geburtsstunde der Herzneurose. Man macht sich Sorgen um die Gesundheite des Herzens und schon steigert man sich nach und nach in die nächste Panikattacke hinein. Ein Kreislauf der Angst entsteht. Häufig wird der Bewegungsradius immer kleiner, so dass man sich teilweise nur noch zu Hause oder nur im Bett sicher fühlt. Aber selbst diejenigen, die ihre erste Angstattacke nur in der U-Bahn hatten und seitdem „lediglich“ U-Bahnfahrten vermeiden, sind in Ihrem täglichen Leben eingeschränkt.

Wenn sich die Herzphobie/Herzneurose schon „richtig eingenistet“ hat, wird das „kluge“ Unterbewußtsein sicher bald auch die Frage aufwerfen: „und was ist, wenn ich im Flugzeug einen Herzinfarkt bekomme?“. Zunächst wischt man diese Frage vielleicht noch einfach weg, aber vielen gelingt dies spätestens dann nicht mehr, wenn der nächste Flug beruflich oder privat ansteht. Viele Menschen mit Herzängsten fühlen sich schon Tage vor dem Flug schlecht. Regelmäßig steht dabei die Herzangst im Vordergrund. In einigen Fällen vermischt sich dies Herzangst jedoch auch mit einer klassischen Flugangst (Angst vor Absturz, Angst vor der Enge in der Kabine etc.), so dass man ein ganzes Angstpaket mit sich herumschleppt.

Dieses Angstknäuel erst einmal wieder zu entwirren, ist nicht leicht und braucht Zeit. Wenn die Herzneurose und eine Verknüpfung mit dem Fliegen schon längere Zeit vorliegt, dann sollte man unbedingt eine Therapie beginnen oder – wenn schon begonnen – weiter fortsetzen. Darüber hinaus gibt es einige wichtige praktische Tipps, um den Stresslevel kurz vor dem Flug möglichst gering zu halten (hierdurch sinkt nämlich auch die Wahrscheinlichkeit einer Panikattacke im Flugzeug):

1. Kommen Sie unbedingt frühzeitig zum Flughafen, damit Sie sich an die Atmosphäre gewöhnen können. Nehmen Sie eine kleine Wasserflasche mit, die Sie vor der Sicherheitskontrolle austrinken.

2. An der Sicherheit angekommen, legen Sie in Ruhe Ihre Sachen ab. Lassen Sie sich nicht hetzen. Atmen Sie ruhig durch.

3.  Am Gate angekommen folgt meist noch eine gewisse Wartezeit. Jetzt ist es wichtig sich weiter zu beschäftigen oder zu unterhalten. Alternativ kann man sich noch eine Zeitung oder Buch kaufen oder noch etwas Essen gehen. Wichtig insgesamt: Sie sollten vor dem Flug etwas gegessen und getrunken haben. Viele Panikattacken werden durch Unterzuckerung hervorgerufen.

4. Einstieg ins Flugzeug: Machen Sie es sich im Flugzeug gemütlich und lassen Sie sich dort tief in den Sitz fallen. Wenn Sie Verspannungen bemerken, sollten Sie eine Atemübung, autogenes Training oder – wie von vielen Flugangstexperten empfohlen – progressive Muskelrelaxation machen. Das baut Spannungen ab. Denn es gilt: in einem entspannten Körper, gibt es keine Panik. Man kann gezielt durch die Entspannung des Körpers auch auf die Angstgedanken Einfluß nehmen.

5. Das Flugzeug rollt zur Landebahn. Mit großer Geschwindigkeit wird man nun in die Sitze gepresst und das Flugzeug hebt ab. Insbesondere für von Flugangst Betroffene eine schwierige Phase. Setzen Sie Ihre Übungen fort oder unterhalten Sie sich mit Ihrer Begleitung oder dem Sitznachbarn. Ablenkung hilft am Ende immer. Das Gehirn kann nämlich grundsätzlich nur eine Sache wirklich gleichzeitig machen. Wenn man sich dem Gespräch oder einem Buch hingeben kann, ist kein Platz mehr für Panik.

Wir werden diese Reihe bezüglich der Flugangst auch noch einmal aufgreifen und uns mit weiteren Strategien beschäftigen, wie Sie trotz Herzneurose entspannter fliegen können.

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Category: Hintergrundwissen Herzneurose

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